Die Nachrichtentechnische Sammlung

Seit Gründung des Instituts im Jahr 1950 werden am Institut für Nachrichtentechnik technische Geräte aus der Geschichte der Nachrichtentechnik gesammelt. Damals auf Initiative von Prof. Aschoff entstanden und von Prof. Lüke weiter ergänzt, bildet die Ausstellung heute weite Bereiche der historischen Entwicklung der Nachrichtentechnik ab. Unter der Leitung von Prof. Ohm wird die Dokumentation der Sammlung vollständig überarbeitet und über das Internet einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Prof. em. Dr.-Ing. habil. Volker Aschoff (1907–1996)Zu den Anliegen, die Prof. Aschoff gleich zu Beginn seiner Tätigkeit als Institutsdirektor verwirklichte, gehörte der Aufbau eines kleinen „Museums“ zur Geschichte der Nachrichtentechnik. Er wurde dabei unterstützt von Dr. Ziegler, dem damaligen akademischen Direktor des Instituts. Bereits 1952 wurden die ersten Vitrinen beschafft und in einem Gang des Rogowski-Instituts aufgestellt. Prof. Aschoff benutzte die Museumsstücke auch zur Ergänzung seiner Vorlesung „Einführung in die Nachrichtentechnik“. Zu dieser Vorlesung erschien 1968 sein Buch „Nachrichtenübertragungstechnik“ als Heidelberger Taschenbuch im Springer-Verlag. Später verfasste Prof. Aschoff das zweibändige Werk „Geschichte der Nachrichtentechnik“, in dem er viel Wissenswertes über die alte Technik festhielt.

Prof. em. Dr.-Ing. Dr. eh. Hans Dieter Lüke (1935–2005)Prof. Lüke ergänzte die Sammlung systematisch durch weitere Sammlungsstücke und verfasste erklärende Texte an den Vitrinen, so dass sich auch spontane Besucher über die Ausstellungsstücke informieren konnten. Er setzte sich dafür ein, dass weitere Modelle in der Mechanischen Werkstatt gebaut wurden, wobei dem Feinmechaniker Siegfried Diederen besonders gute Replikate gelangen. Dazu gehört z.B. der Kopiertelegraf, der nach der Patentschrift von Bakewell gebaut wurde. Parallel dazu beschaffte Prof. Lüke technikhistorische Bücher z.T. antiquarisch für die Institutsbibliothek. Für interessierte Fachleute ist diese noch heute eine wahre Fundgrube und findet sogar Erwähnung in internationalen Publikationen.

Durch internationale Kontakte zu Sammlern und historisch interessierten Fachleuten wurden am Institut auch Modelle als Auftragsarbeiten angefertigt. So wurden die Modelle des Chappeschen Telegrafen und des Strowger-Wählers 1996 für das Heinz-Nixdorf-Museum in Paderborn repliziert. Unter Mitwirkung eines belgischen Sammlers, für den vorab auch einige historische Telegrafen nachgebaut bzw. restauriert worden waren, gelangten einige Sammlungsstücke des Instituts vorübergehend auf die Austellung „Télégraphie – une histoire branchée“ im November/Dezember 1998 in Brüssel.

Literatur:
Volker Aschoff: Geschichte der Nachrichtentechnik, Band 1. Springer-Verlag, 2. Auflage, 1989.
Volker Aschoff: Geschichte der Nachrichtentechnik, Band 2. Springer-Verlag, 2. Auflage, 1995.
P. L. Butzer, M. M. Dodson, P. J. S. G. Ferreira, J. R. Higgins, O. Lange, P. Seidler, R. L. Stens, „Multiplex signal transmission and the development of sampling techniques: the work of Herbert Raabe in contrast to that of Claude Shannon“. In: Applicable Analysis, Volume 90, Issue 3 & 4, 2011.

Mediale Aufbereitung

Unter der Leitung von Prof. Ohm wird nun die gesamte Sammlung digital erfasst und auch viele Sammlungsstücke, die in den letzten Jahrzehnten hinzukamen, erstmals dokumentiert.

An diesen Arbeiten und der Erstellung der Website ist ein Team von Mitarbeitern, Ehemaligen und studentischen Hilfskräften beteiligt. Insbesondere wirken mit:

  • Johannes Ballé, Konzeption und Koordination
  • Caroline Donner, Literaturrecherche und Texte
  • Helmut Flasche, Erfassung und Fotografie
  • Heribert Gilson, Qualitätskontrolle
  • Elias Müller, Gestaltung und Programmierung
  • Myrjam Schiermeyer, Erfassung und Fotografie
  • Mathias Wien, Koordination

Eine Übersicht über alle verfügbaren Videoaufnahmen der Exponate der Sammlung finden Sie hier.

Unterstützen Sie uns!

Viele der Prinzipien, die mit den ersten Telegrafen und Fernsprechern erkundet wurden, gelten heute wie vor 200 Jahren und sind ebenso wichtig wie damals für das Funktionieren unserer Kommunikationsmittel. Dennoch ist das letzte Wort zur Nachrichtentechnik auf absehbare Zeit noch nicht gesprochen. Die Digitaltechnik hat in den letzten Jahrzehnten zu einer stark beschleunigten Entwicklung geführt. Zudem konvergiert die Nachrichtentechnik mit Bereichen aus der Informatik und einer steigenden Anzahl von weiteren Disziplinen zu etwas, was heute verallgemeinert Informations- und Kommunikationstechnik genannt wird. Ein Beispiel dafür haben Sie gerade vor sich!

Aus diesen Gründen ist unsere Sammlung zwangsläufig unvollständig. Wir legen großen Wert darauf, sie weiter auszubauen und unsere Dokumentation zu verbessern. Wenn Sie Interesse haben, uns dabei zu helfen, lassen Sie es uns wissen!