Optische Telegrafie in Frankreich Optische Telegrafie in England Optische Telegrafie in Preußen Heliotrop Englischer Armeeheliograf mit Visierspiegel Englischer Armeeheliograf mit Visier Kentogan Sprechende Trommel des Yoruba-Stammes (Nigeria) Sprechende Trommel aus Westafrika

Vitrine 1: Nichtelektrische Nachrichtentechnik

Nichtelektrische Nachrichtentechnik, also die Übertragung von Nachrichten durch optische oder akustische Signale, hat eine lange Geschichte. Bereits in der Antike benutzten Römer und Griechen Fackelzeichen, um Nachrichten zu signalisieren. Auch heute noch werden in Teilen der Erde Nachrichten auf nichtelektrische Weise übertragen. Hier zu sehen sind Holzinstrumente, teilweise mit Tierfellen bespannt, wie sie von Naturvölkern in Afrika, Amerika, Südostasien und Ozeanien verwendet werden. Bei den vom Yoruba-Stamm in Nigeria benutzten „sprechenden Trommeln” wird die Tonhöhe der akustischen Signale durch Krafteinwirkung des Oberarmes verändert.

Die erste Telegrafenlinie, die auf optischer Nachrichtentechnik beruhte, wurde 1794 in Frankreich in Betrieb genommen. Die Nachrichten wurden mittels eines Codebuches wortweise codiert. Der Code wurde dann von einem Telegrafenstationsgebäude zum nächsten über eine auf dem Dach befestigte und veränderbare Konstruktion übertragen. Die Telegrafisten mussten ihre benachbarten Stationen durch ein Fernglas beobachten und die empfangene Nachricht durch entsprechende Einstellung ihrer Konstruktionen der nächsten Station übermitteln. Bereits zwei Jahre später wurde auch in England eine optische Telegrafenlinie errichtet. Anders als in Frankreich wurde hier die Nachricht buchstabenweise übertragen. Es handelte sich dabei um eine der ersten Anwendungen eines parallelen Binärcodes. Erst 1832 wurde die optische Telegrafie in Preußen eingeführt.

Sowohl Gauß' Heliotrop von 1821 als auch Mances Heliograf von 1865 nutzten das Sonnenlicht, das mittels einer Spiegelkonstruktion reflektiert wurde. Durch Unterbrechen des Lichtstrahls wurden Nachrichten übertragen. Im militärischen Bereich fand diese Technik bis in die 1960er Jahre Anwendung.

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