Marmorblock-Mikrofon

Kategorie: Rundfunk und Tonaufzeichnung | Ausgestellt in Vitrine 19: Elektroakustik

Marmorblock-Mikrofon Foto bei einer Glückwunschrede von Einstein an Edison 1931

Jahr: 1924
Erfinder: Eugen Reisz

Das Querstrom-Mikrofon im Marmorblock wurde von Georg Naumann und E. Reisz konstruiert und am 2. November 1924 eingeführt. Es enthielt Kohlepulver verschiedener Körnung, das durch eine praktisch resonanzfreie Gummi- oder Glimmermembran zusammengehalten wurde. Durch Schallwellen wurde die Membran in Schwingungen versetzt, die das Kohlepulver unterschiedlich stark verdichteten. Dadurch änderte sich der Kontaktwiderstand und somit der Strom in Abhängigkeit vom jeweiligen Schallereignis.

Durch das Kohlemikrofon konnte der gesamte damals benutzte Tonfrequenzbereich gleichmäßig übertragen werden. Zwischen 50 und 6000 Hz besaß das Mikrofon eine nahezu geradlinige Frequenzkurve, wies jedoch einen relativ hohen Rauschpegel auf. Es war bis 1933 in Gebrauch.

vgl. Goebel, Gerhart: Der Deutsche Rundfunk bis zum Inkrafttreten des Kopenhageners Wellenplans. In: Archiv für Post- und Fernmeldewesen 2 (1950), S. 353–454, hier: 390; Weiß, Ernst: Audio Technologie in Berlin bis 1943: Mikrophone. In: 50 Jahre Stereo-Magnetbandtechnik. Die Entwicklung der Audio Technologie in Berlin und den USA von den Anfängen bis 1943, hg. von der Audio Engineering Society. Oberursel 1993, S. 37–54, hier S. 46f.