Kleinfernschreiber T68 Hell-Schreiber Facsimile-Telegraph Siemens-Hell-Feldfernschreiber

Vitrine 14: Fernschreiber 2

Telegrafengeräte, die einen fünfstelligen Binärcode verwenden (Baudot, Siemens-Schnelltelegraf, Fernschreibmaschine) eignen sich nicht für einen direkten Einsatz auf drahtlosen Übertragungstrecken. Wird nämlich in einer gerade gesendeten Fünferkombination nur ein einziges Element durch Störung verfälscht, so decodiert das Empfangsgerät einen falschen Buchstaben. Historisch wurde zunächst die Redundanz durch Übersetzung in einen siebenstelligen fehlererkennenden Code erhöht. Dadurch konnte zwar das Ausdrucken des falschen Buchstabens verhindert werden, die Sendung der richtigen Buchstaben musste aber wiederholt werden.

Eine noch größere Sicherheit gegen eine fehlerhafte Üebrtragung von alphanumerischen Texten über stark gestörte Kanäle boten Verfahren, bei denen die Buchstaben und Ziffern nicht codiert werden, sondern im Sinne einer vereinfachten Bildtelegrafie übertragen werden. Ein solches Verfahren hat Rudolf H. Hell 1930 in Form der nach ihm benannten Hell-Schreiber entwickelt.

Buchstaben und Ziffern werden in ein Bildraster aus 49 Elementen eingeordnet, ihre bildliche Darstellung wird im Sendegerät fest gespeichert und über eine Tastatur abgerufen. Auf der Empfängerseite erfolgt die Synthese mit Hilfe einer umlaufenden Schreibspindel. Die grafische Form des gesendeten Zeichens bleibt lesbar, auch wenn eine größere Zahl von Bildelementen während der Übertragung gestört werden. Durch gleichzeitigen Abdruck des Textes auf zwei untereinanderliegenden Zeilen kann der Synchronismus zwischen Sender und Empfänger von Hand geregelt werden; auch bei fehlendem Synchronismus bleibt der Text stets rekonstruierbar.

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